Das goldene Parteiabzeichen

Das Ehrenzeichen für Mitglieder unter 100.000
(Goldenes Parteiabzeichen)

Gestiftet am  13. November 1933 durch Adolf Hitler aus Anlaß des 9.November 1933.

 

Die Verleihungsbestimmung :¹²

Es sollte verliehen werden an diejenigen Parteimitglieder, welche die Mitgliedsnummer 1 bis 100.000 tragen und die von ihrem Eintritt in die Partei ab ohne Unterbrechung ihr angehört hatten.
Diese Verleihungsvoraussetzung erläuterte der Reichsschatzmeister der NSDAP “Schwarz”, mit der Bekanntgabe vom 2. November 1933 wie folgt :

Das Ehrenzeichen erhalten alle Parteigenossen, welche nach Neugründung der NSDAP am 27. Februar 1925 eine Mitgliedsnummer zwischen 1 und 100.000 zugewiesen erhielten und am Tage des Eintritts in die Bewegung an gerechnet, ihre Mitgliedschaft niemals unterbrochen haben.

Am 5. Dezember 1934 erläuterte die Bekanntgabe 34/34 des Reichsschatzmeistes :

Mitglieder der NSDAP, welche einer Mitgliedsnummer unter 100.000 zugeteilt erhalten haben und vom 1. Oktober 1928 an ununterbrochen Mitglied der Partei sind, haben Anspruch auf das Ehrenzeichen.

Schlußtermin zur Vorlage von Anträgen auf Verleihung des Ehrenzeichens war der 1. Mai 1935. Trotzdem fanden laufend weitere Verleihungen statt, so z.B. am 30. Januar 1938, als Hitler “an der Kampfzeit verdiente Parteigenossen auf Vorschlag der zuständigen Gauleiter” das Ehrenzeichen verlieh. Hierbei konnte jeder Gauleiter bis zu fünf Parteigenossen in Vorschlag bringen.

Am 1. Dezember 1939 stellte der Reichsschatzmeister mit der Anordnung 90/39 fest, daß für den Bereich der Gaue der Ostmark die gleichen Voraussetzungen gelten würden und die Anträge auf Zuerkennung ab 1. Dezember 1939 bei der Reichsleitung eingereicht werden können.

Im übrigen ist das Goldene Ehrenzeichen der NSDAP in einer Reihe von Fällen “ehrenhalber” auch an Nicht-Parteigenossen als Auszeichnung verliehen worden. So verlieh Hitler es am 30.1.1937 an :

  • Generalfeldmarschall von Blomberg
  • Generaloberst Freiherr von Fritsch
  • Generaladmiral Dr. h. c. Raeder
  • General der Flieger Milch

In dem Tagesbefehl des Reichskriegsministers und Oberbefehlshaber der Wehrmacht vom 2. Februar 1937 heißt es unter anderem :

Der Führer hat damit diesen Offizieren die höchste Ordensauszeichnung zuteil werden lassen, über die das nationalsozialistische Deutschland verfügt.

Außerdem erhielten es am gleichen Tage

  • der preußische Finanzminister Professor Popitz
  • der Staatssekretär und Chef der Präsidialkanzlei, Dr. Meissner
  • der Parteigenosse Staatssekretär Dr. Lammers
  • der Parteigenosse Staatssekretär Funk
  • der Parteigenosse Staatssekretär Körner

Am gleichen Tage erhielten es dann auch weitere Mitglieder des Reichskabinetts bei gleichzeitiger Aufnahme in die Partei, wie der Reichsminister der Finanzen Graf Schwerin von Krosigk.

Auch im Kriege wurden die Verleihungen fortgesetzt, so z.B. am 7. Dezember 1940 an den Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, am 30. Januar 1943 Generaloberst Jodl, sowie dem Hauptdienstleiter der Organisation Todt, Karl Saur und andere.

So wurde das Goldene Ehrenzeichen also an drei verschiedene Gruppen von Personen vergeben und zwar

a) an Mitglieder der NSDAP, mit der Mitgliedsnummer 1 bis 100.000,
b) an Mitglieder der NSDAP, die für ihre Verdienste ausgezeichnet werden sollten,
und
c) an Personen, die nicht Mitglieder der NSDAP waren, als Verdienstauszeichnung.

 

Das Ehrenzeichen wurde überlicherweise mit einer vom Reichsschatzmeister des NSDAP eigenhändig unterschriebenen Besitzurkunde ausgehändigt. Die Urkunde enthält die Mitgliedsnummer des Trägers, die mit der Nummer auf der Rückseite des Abzeichens übereinstimmen muß.
Es besteht aus dem Parteiabzeichen, umgeben von einem goldenen Eichenlaubkranz.

Im Falle des Ablebens von Inhabern des Ehrenzeichens, kann dieses im Besitz der Angehörigen verbleiben, welche jedoch laut der verliehenen Besitzurkunde nicht das Recht zum Tragen des Ehrenzeichens haben. Das Recht zum Tragen des Ehrenzeichens erlischt mit dem Ausscheiden aus der NSDAP.

 

Trageverordnung :¹

Zu den Uniformen der NSDAP und ihrer Gliederungen, sowie zu den Uniformen der Wehrmacht bzw. der Waffen-SS wurde das sogenannte “große Ehrenzeichen” (30 mm)auf der linken Brustseite angesteckt, neben oder oberhalb des Eisernen Kreuz 1. Klasse. Das “kleine Ehrenzeichen” (24 mm) konnte auf den Rock- oder Mantelaufschlägen des Zivilanzuges getragen werden.

 

Verleihungszahlen :¹

100.000 + eine unbekannte Anzahl an Verleihungen “ehrenhalber”.

Wobei Klietmann schreibt, das am 1. Mai 1935 lediglich 22282 Personen Träger des Goldenen Parteiabzeichens waren. Davon 20487 Männer und 1795 Frauen.

Bekannte Hersteller :¹

Ursprünglich waren von dem kleinen Ehrenzeichen bei dem Goldschmiedemeister Jos. Fuess in München 50.000 Stück bestellt worden, aber nur 20.000 wurden in der Folge von der NSDAP übernommen.
Im übrigen war alleiniger Hersteller der Ehrenzeichen die Firma Deschler und Sohn in München.

Trägerliste :

Eine Trägerliste findet man hier.

Trägerliste des goldenen Parteiabzeichens

Leider ist keine vollständig bekannte Liste bekannt, deswegen versuche ich auf dieser Seite mit eurer Mithilfe sie weitesgehend zu vervollständigen.

 

Quellen :

  • Kurt-Gerhard Klietmann : Deutsche Auszeichnungen 2. Band, Verlag “Die Ordens-Sammlung” Berlin¹

  • Dr. Heinrich Doehle : Die Auszeichnungen des grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen , Verlag K.D. Patzwall – Norderstedt 2000, (ISBN 3-931533-43-3) ²

error: