Der Blutorden vom 9. November 1923

Der Blutorden vom 9. November 1923

Gestiftet im  März 1934 formlos (mit einer Verfügung) vom Führer der nationalsozialistischen Arbeiterpartei Adolf Hitler “zur Erinnerung an die nationalsozialistische Erhebung vom 9.November 1923.

 

Die Verleihungsbestimmung :¹²

Das Ehrenzeichen sollte verliehen werden an :

  • jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der SA, der Reichskriegsflagge oder des Bundes Oberland bei einer Kampfhandlung in München eingesetzt war.
  • jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der Wehrmacht oder der Polizei, der SA, der Reichskriegsflagge oder Bund Oberland angehörte und der sich ohne an einer Kampfhandlung auf Seiten dieser Verbände stellte, daß er als Folge seiner Haltung seinen Beruf verlor. Hierher gehören auch jene Angehörigen der Wehrmacht und der Polizei, die als Mitglieder eines der genannten Verbände infolge der Ereignisse des 9. November 1923 auf Grund ihrer politischen Einstellung freiwillig ihre Verabschiedung aus der Reichswehr und Polizei erbaten.
  • an jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der SA, der Reichskriegsflagge oder des Bundes Oberland nachweislich zu einer Kampfhandlung in Marsch gesetzt wurde, an einer Kampfhandlung aber nicht teilnehmen konnte, weil er durch die Polizei oder durch höhere Gewalt (Kraftwagenunglück) an der Durchführung verhindert wurde.
  • Alle unter a), b) und c) Genannten müssen mindestens schon vor dem 30.1.1933 Mitglieder der NSDAP oder Angehörige der SA gewesen sein und seither ununterbrochen einer dieser Gliederungen angehören.

Mit Schreiben vom 24.August 1934 setzte “Der Oberste SA-Führer” davon in Kenntnis, daß “die vom Führer urschriftlich gegebene Verfügung über Verleihung des Ehrenzeichens vom 8./9. November 1923 als Stichtag zur Erlangung des Ehrenzeichens einen Wiedereintritt in die Partei bzw. in die SA bis zum 31.12.1931” vorgeschrieben hätte. “Vom früheren Stabschef Röhm wurde dieser Stichtag unberechtigt, ohne Genehmigung und Wissen des Führers, auf den 30.1.1933 abgeändert. Irgendwelche Ausnahmen bezüglich des Stichtages können in keinem Falle gemacht werden.

Mit Schreiben vom 8. Mai 1935 teilte dann der Stabsführer der Obersten SA-Führung mit, daß die Verleihung des Ehrenzeichens vom 9. November 1923 mit Wirkung vom 1. April 1935 allgemein eingestellt wurde.

Am 30. Mai 1938 – Anordnung Nr. 61/38 wurde das Ehrenzeichen formlos umbenannt in “Blutorden” und Hitler erweiterte  den Kreis der Verleihungsberechtigten, wobei der Reichsschatzmeister die notwendigen Ausführungsbestimmungen erließ. Danach wurde der Blutorden “durch den Führer” verliehen an :

  1.  für die aktive Teilnahme am 9. November 1923
    a) an jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der SA., der Reichskriegsflagge oder des Bundes Oberland bei einer Kampfhandlung in München eingesetzt war;
    b) an jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der Wehrmacht oder der Polizei, der SA., der Reichskriegsflagge oder dem Bunde Oberland angehörte, und der sich ohne an einer Kampfhandlung auf Seiten dieser Verbände teilnehmen zu können, innerhalb seines Dienstbereiches so offenkundig auf die Seite dieser Verbände stellte, daß er als Folge seiner Haltung seinen Beruf verlor; – hierher gehören auch jene Angehörigen der Wehrmacht und der Polizei, die als Mitglieder eines der genannten Verbände infolge der Ereignisse des 9. November 1923 auf Grund ihrer politischen Gesinnung freiwiliig ihre Verabschiedung aus der Reichswehr und Polizei erbaten; – ferner an jeden ehemaligen Angehörigen der Infanterieschule in München, der an den Kampfhandlungen am 9. November 1923 aktiv beteiligt war.
    c) an jeden, der am 9. November 1923 als Angehöriger der SA., der Reichskriegsflagge oder des Bundes Oberland nachweislich zu einer Kampfhandlung in Marsch gesetzt wurde, an einer Kampfhandlung aber nicht teilnehmen konnte, weil er durch die Polizei oder höhere Gewalt (Kraftwagenunglück) an der Durchführung verhindert wurde.
  2. an solche Parteigenossen, die im alten Reich und in den österreichischen Gauen im Kampf für die Bewegung
    a) zum Tode verurteilt, dann zu lebenslänglichem Kerker begnadigt wurden;
    b) Freiheits- bzw. Kerkerstrafen (auch in österreichischen Anhaltelagern) von mindestems einem Jahr verbüßt haben;
    c) besonders schwer verletzt wurden.

§2

Voraussetzung für die Verleihung ist die Parteimitgliedschaft.
Die Verleihung des Blutordens kann auch erfolgen an solche Parteigenossen, deren Mitgliedschaft wegen Zugehörigkeit zur Wehrmacht ruht.

§3

Die Bestimmung in der Verfügung des Führers vom März 1934, wonach die dort Genannten mindestens schon vor dem 1.1.1932 Mitglieder der Partei oder Angehörige der SA. bzw. SS gewesen sein und seither ununterbrochen der Partei bzw. der SA., der SS oder dem NSKK angehört haben müssen, bleiben unberührt.

Die Bekanntgabe 18/38 des Reichsschatzmeisters vom 26. November 1938 erläutert die Verleihungsvoraussetzungen in verschiedenen Punkten der Ausführungsbestimmungen vom 27. August 1938.

Entsprechend einer Verfügung des “Stellvertreter des Führers” vom 27. März 1941 konnte – bei Erfüllung der Voraussetzungen – der Blutorden auch an Frauen verliehen werden. Als erste Frau hatte Schwester Pia im Oktober 1934 den Blutorden erhalten.

Auf die Verleihung besteht kein Rechtsanspruch.
Von März 1934 an entschied über die Verleihungsanträge eine Kommission von mehreren SA.-Gruppenführern, nach dem Tode Röhm`s die Oberste SA.-Führung. Mit der Anordnung Hitlers Nr. 61/38 vom 30. Mai 1938 wurde der Reichsschatzmeister der NSDAP für die Bearbeitung aller Blutordensangelegenheiten zuständig, unterstützt von einer Ordenskommission, deren fünf Mitglieder Parteigenossen, Träger des Blutordens und des goldenen Ehrenzeichens waren.

Im Jahre 1937 verlieh Hitler den Blutordensträgern eine besondere Uniform.
Im gleichen Jahre bildete sich die Kameradschaft der Blutordensträger, die letztmalig im Mai 1944 zusammengekommen war.

Das Recht zum Tragen des Blutordens erlischt :

  1. beim Ausscheiden des Blutordensträgers aus der Partei,
  2. bei rechtskräftiger Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung eines Parteiamtes auf die Dauer der Aberkennung,
  3. durch Verfügung des Reichsschatzmeisters im Einvernehmen mit dem Obersten Richter der Partei nach Anhören der Ordenskommission.

In diesen Fällen sind die Ordensmedaille und etwa vorhandene Zweitstücke nebst Band, Verleihungsurkunde und Besitzurkunde vom Ortsgruppenleiter einzuziehen und auf dem Dienstweg dem Reichsschatzmeisters zuzuleiten.

Der Blutorden bleibt nach dem Tode des Trägers in Familienbesitz.

 

Trageverordnung :¹

Im März 1934 wurde verfügt, dass das Ehrenzeichen “im Knopfloche der rechten Brusttasche des Braunhemdes oder des Dienstrockes getragen werden solle.

Der Reichswehrminister verfügte am 28. August 1934, dass das Ehrenzeichen “im zweiten oberen Knopfloch des Rockes (Feldbluse) – bei der Marine im obersten benutzten Knopfloch des Rocks und Jacketts – zu tragen sei. Am Zivilanzug sollte das Band im Knopfloch des linken Rockaufschlages – und – beim Fehlen eines solchen – in der Mitte mit einer Querleiste versehen – am linken Rockkragen angesteckt werden.”

1935 änderte die Wehrmacht die Trageweise und verfügte, dass künftig der Blutorden im Knopfloch der rechten Brusttasche des Rockes getragen werden solle.

Am Mantel wurde der Blutorden grundsätzlich nicht getragen.

 

Verleihungszahlen :¹

Die genaue Zahl der Verleihungen kann nicht mehr ermittelt werden. Klietmann schreibt zwar, dass es keine 1500 sind, aber nach heutigem Wissensstand dürften es einige mehr sein.

Bekannte Hersteller :¹

Josef Fuess aus München

Interessantes und Wissenswertes :¹³

Der künstlerische Entwurf und die Modellierung stammen von dem Goldschmiedemeister Josef Fuess in München.

Verliehen mit einem Besitzzeugnis. Dieses war gedruckt und hatte zum Teil das Datum “München, im November 1933” – sowie die eigenhändige Unterschrift Adolf Hitlers.
Später, wohl seit 1938, erhielten die Beliehenen eine vom Reichsschatzmeister im Auftrage des Führers ausgestellte Urkunde und außerdem ein vom Reichsschatzmeister ausgestelltes Besitzzeugnis.

Zuerst wurde die Medaille in Silber 990/1000 fein hergestellt. Später aber wurde geringerwertiges Silber 800/1000 fein verwendet.
Somit gibt es also zwei Prägeserien. Es ist sicher, dass die erste Prägeserie von J. Fuess aus München hergestellt wurde, die zweite Prägeserie ist allerdings noch keinem Hersteller zu zuschreiben.;
Ab etwa 1938 übernahm aber der Reichsschatzmeister der NSDAP die Herstellung der Medaillen selbst und ließ diese (angeblich) in Pforzheim prägen.

 

Die erste Prägeserie mit 990 Silberstempel, deutlich ist der Schriftzug “J. Fuess München” unter dem 990 Stempel zu erkennen :

Die zweite Prägeserie mit 800 Silberstempel, ohne Herstellermarkierung :

 

 

Trägerliste :

Eine Trägerliste findet man hier.

Trägerliste des Blutordens der N.S.D.A.P.

Leider ist keine vollständig bekannte Liste bekannt, deswegen versuche ich auf dieser Seite mit eurer Mithilfe sie weitesgehend zu vervollständigen.

 

Quellen :

  • Kurt-Gerhard Klietmann : Deutsche Auszeichnungen 2. Band, Verlag “Die Ordens-Sammlung” Berlin¹

  • Dr. Heinrich Doehle : Die Auszeichnungen des grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen , Verlag K.D. Patzwall – Norderstedt 2000, (ISBN 3-931533-43-3) ²

  • Privatsammlung³

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