Erdkampfabzeichen

Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe

Gestiftet am  31. März 1942 durch den Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Reichsmarschall Hermann Göring.

 

Stiftungverordnung :¹³

“Im Hinblick auf die Tatsache, daß die Art des Kampfes an den einzelnen Fronten in zunehmendem Maße eine aktive Beteiligung aller Truppengattungen der Luftwaffe am Erdkampf erfordert, genehmige ich als sichtbares Zeichen der Anerkennung für Bewährung beim Fronteinsatz im Erdkampf die Einführung des ”Erdkampfabzeichens der Luftwaffe”.

Die Verleihung des Erdkampfabzeichens der Luftwaffe hat nach den beifolgenden Bestimmungen zu erfolgen. Eine Verleihung “ehrenhalber” schließe ich ausdrücklich aus. Für genaues Einhalten der Verleihungsbestimmungen mache ich die zuständigen Vorgesetzten verantwortlich.”

 

Die Verleihungsbestimmung :¹³

Bestimmungen vom 31. März 1942:

 

  1. Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe kann Angehörigen der Luftwaffe für ausgezeichnete
    Kampfleistungen in Erdkämpfen verliehen werden.
  2. Die Verleihung erfolgt nur an Einzelpersonen, die in vorderster Linie kämpfend an mindestens drei an verschiedenen Tagen durchgeführten Kampfhandlungen tapfer teilgenommen haben. Als Kampfhandlungen, gleichgültig ob mit infanteristischen oder artilleristischen Waffen geführt, gelten Sturmangriffe oder Nahkämpfe Mann gegen Mann.
    Als Sturmangriff ist der Angriff zu verstehen, der mindestens zum Einbruch in die feindliche Stellung
    führt. Für die schweren Infanteriewaffen und die artilleristischen Waffen ist der Begriff Sturmangriff erfüllt, wenn sie den Sturmangriff gemeinsam mit der stürmenden Truppe vorgetragen und durch den Einsatz ihrer Waffen im Nahkampfraum den Einbruch in die feindliche Stellung mit erzwungen haben. Gegenstöße und Gegenangriffe sowie gewaltsame Erkundungen sind als Sturmangriff zu werten, wenn sie zum Einbruch in die feindliche Stellung oder zum Handgemenge geführt haben.
    Die bloße Teilnahme an erfolgreichen Kampfhandlungen, insbesondere mit schweren infanteristischen oder artilleristischen Waffen gegen Erd-, (Panzer, Bunker usw.) und Seeziele, ohne daß eine unmittelbare Beteiligung an einem Sturmangriff oder Nahkampf vorliegt, genügt nicht zur Verleihung des Erdkampfabzeichens, Für Kämpfe gegen Luftziele kommt nicht die Verleihung des Erdkampfabzeichens der Luftwaffe, sondern die des Flakkampfabzeichens in Betracht.
  3.  Kampfhandlungen gegen Erd- und Seeziele, die in Verbindung mit Kampfhandlungen gegen Luftziele (Abschüsse) bereits zur Verleihung des Flakkampfabzeichens geführt haben, können nicht nochmals für eine Verleihung des Erdkampfabzeichens der Luftwaffe in Anrechnung gebracht werden. Dagegen kann ein ausschließlich aufgrund von Kampfhandlungen gegen Erd- und Seeziele verliehenes Flakkampfabzeichen in das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe umgetauscht werden, sofern die Kampfhandlungen den vorgenannten Bedingungen entsprechen.
  4.  Eine Verleihung des Erdkampfabzeichens der Luftwaffe für Verdienste in der Truppenführung ist nicht vorgesehen. Kommandeure usw. kommen für eine Verleihung nur in Frage, wenn sie die unter 2. und 3. genannten Bedingungen erfüllt haben.”

 

Am 28. Januar 1943 entschied der Reichsmarschall, dass das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe auch an Sanitätsoffiziere und Sanitätsunterpersonal verliehen werden konnte, sofern sie die Bedingungen erfüllt hatten.

Ab 22. Februar 1943 entschied der Reichsmarschall, dass das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe gefallenen Soldaten post mortem verliehen werden konnte.

Nach dem 30. Juli 1943 konnte das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe, aufgrund einer Entscheidung des Reichsmarschalls auch an Angehörige der Luftwaffen-Nachrichtendienste verliehen werden, sofern sie die Bedingungen erfüllen konnten.

 

Bestimmung des Oberkommandos der Luftwaffe vom 6. September 1944:

 

“Allen Angehörigen der Sturmgeschützeinheiten der Luftwaffe, insbesondere im Bereich der Fallschirmtruppe, kann in Ergänzung und teilweiser Abänderung der Verleihungsbestimmungen das ”Erdkampfabzeichen der Luftwaffe” verliehen werden, wenn sie sich ohne Rücksicht auf ihre Verwendung innerhalb der Sturmgeschützeinheit bei mindestens dreimaligem Einsatz im Gefecht an drei verschiedenen Tagen bewährt haben, wobei sich die Besatzungen der Panzerfahrzeuge aktiv am Kampf beteiligt haben müssen.”

 

Das Erdkampfabzeichen der Luftwaffe aus Stoff konnte bis zum 8. Mai 1942 getragen werden; danach war jedes Tragen und jede Herstellung untersagt.

 

Bekanntgabe des Oberkommandos der Luftwaffe vom 10. November 1944:

 

  1. Der Reichsmarschall hat als sichtbares Zeichen der Anerkennung für wiederholt bewiesene Einsatzfreudigkeit der in Panzerkampfwagen und gepanzerten Fahrzeugen angreifenden Angehörigen der Panzer-, Panzerspäh- und Sturmgeschützeinheiten der Luftwaffe, insbesondere im  Bereich der Fallschirmtruppe, die Einführung höherer Stufen zum Panzerkampf- und Erdkampfabzeichen der Luftwaffe genehmigt.
  2. Als höhere Stufen zum Panzerkampf- und Erdkampfabzeichen der Luftwaffe kommen diese Abzeichen mit den Einsatzzahlen 25 (II. Stufe), 50 (III. Stufe), 75 (IV. Stufe) und 100 (V. Stufe) zur Verleihung.
  3.  Es kann verliehen werden nach:
    25 anrechnungsfähigen Einsätzen die II. Stufe,
    50 anrechnungsfähigen Einsätzen die III. Stufe,
    75 anrechnungsfähigen Einsätzen die IV. Stufe,
    100 anrechnungsfähigen Einsätzen die V. Stufe,
    und zwar
    a)…
    b)…
    c) das “Erdkampfabzeichen der Luftwaffe an Angehörige der Sturmgeschützeinheiten der
    Luftwaffe.”

 

 

Trageverordnung :¹

Zur Uniform auf der linken Brust wie das Verwundetenabzeichen, und zwar unter dem Eisernen Kreuz 1. Klasse.

 

Bekannte Hersteller :

Eine Liste der bislang bekannten Hersteller findet ihr hier -> Erdkampfabzeichen

Interessantes und Wissenswertes :¹²

Zahlreiche Befragungen von Angehörigen der Luftwaffe im und nach dem Kriege haben keine Verleihung aus der Bekanntgabe des Oberkommandos der Luftwaffe
vom 10. November 1944 feststellen können.

Entworfen von Professor v. Weech, Berlin.

Quellen :

  • Kurt-Gerhard Klietmann : Deutsche Auszeichnungen 2. Band, Verlag “Die Ordens-Sammlung” Berlin ¹

  • Dr. Heinrich Doehle : Die Auszeichnungen des grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen , Verlag K.D. Patzwall – Norderstedt 2000, (ISBN 3-931533-43-3) ²

  • Lexikon der Wehrmacht ³

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