Zerstörer-Kriegsabzeichen

Das Zerstörer-Kriegsabzeichen der deutschen Kriegsmarine

Gestiftet am  4. Juni 1940 durch Oberbefehlshaber der Kriegsmarine Großadmiral Dr. h.c. Raeder.

 

Stiftungverordnung : ²³

  1. Vor Narvik und auf mancher kühnen Fahrt gegen England haben die Zerstörer sich unter der Führung ihres tapferen Kommodore Bonte unvergänglichen Ruhm erworben. Als Ehrung dieser Taten und zum Ansporn für die junge Mannschaft ordne ich die Einführung eines Zerstörer-Kriegsabzeichens an.
  2. Das Abzeichen wird durch den F. d. Z. (Führer der Zerstörer) verliehen.
  3. Das Abzeichen kann den Besatzungsmitgliedern der in Narvik eingesetzten Zerstörer verliehen werden. Ich behalte mir vor, die Verleihung dieses Abzeichens aufgrund besonderer Leistungen auch an Besatzungsmitglieder anderer Zerstörer, der Torpedoboote und Schnellboote zu genehmigen.
  4.  Das Abzeichen wird zur Uniform wie das U-Boots-Kriegsabzeichen 1939 in und außer Dienst getragen.

 

Die Verleihungsbestimmung vom 11. September 1940 : ²³

Mit dem Nachtrag zum Stiftungserlaß vom 12. August 1940 ordnete der Oberbefehlshaber der Marine an, “daß das Abzeichen nunmehr auch an Schnellbootbesatzungen verliehen werden“, könne.

Durch die Stiftung des Schnellboot-Kriegsabzeichen am 30.5.1941 wurde letzteres aber aufgehoben.

I. Allgemeine Bedingungen:

   Würdigkeit, gute Führung keine Arreststrafen in den letzten sechs Monaten.

(Ab dem 15. November 1940 musste der Zusatz “keine Arreststrafe in den letzten sechs Monaten” nicht mehr berücksichtigt werden.)

II. Besondere Bedingungen:

   a) Teilnahme an drei Gefechten oder drei offensiven Minenunternehmen oder 12 Feindunternehmen oder
   b) besondere Auszeichnung bei Fahrten im Operationsgebiet oder sonstige hervorragende Einzeltat 

     oder

   c) Teilnahme an einer hervorragenden Unternehmung nach Entscheidung des Flottenchefs bzw. Kommandierenden Admirals. Bei den Besatzungen der in Narvik eingesetzten Zerstörer brauchen keine besonderen
Verleihungsbedingungen erfüllt zu sein.

III. Ferner kann das Abzeichen verliehen werden:

   a) an Überlebende eines Bootes, das durch Feindeinwirkung verlorengegangen ist oder
   b) on besonderen Fällen an Verwundete.

V. Der Oberbefehlshaber hat zunächst nur die Verleihung des Zerstörer-Kriegsabzeichens an die Besatzungen der in Narvik eingesetzten Zerstörer und an die Besatzungen der Schnellboote genehmigt…
    Nunmehr ist die Genehmigung zur Verleihung auch auf die Besatzungen des gesamten Verbandes des F.d.Z. ausgedehnt worden. Die Verleihung behält sich der Ob.d.M. noch vor.”

Nachtrag vom 22. Oktober 1940:

“In Anerkennung der geleisteten Waffentaten der Torpedoboote ordne ich (Raeder) an, daß Zerstörer-Kriegsabzeichen auch an Torpedobootsbesatzungen, die sich bei Angriffen gegen den Feind besonders bewährt haben, verliehen werden kann.”

Nachtrag vom 4. Oktober 1943:

a) Teilnahme an drei Gefechten oder drei offensiven oder sechs defensiven Minenunternehmungen im feindlichen Ortungsbereich oder sechs Feindunternehmungen mit Waffenerfolg oder sechs weit reichende Sondergeleite oder zwölf sonstige Unternehmungen oder die erweiterten Bedingungen treten rückwirkend mit Beginn des 5. Kriegsjahres in Kraft.

Verliehen wurde das Abzeichen mit einer Urkunde.

 

Trageverordnung :¹²³

Das Zerstörer-Kriegsabzeichen wurde auf der linken Brustseite in und außer Dienst getragen.

 

Verleihungszahlen :³

6000 sind im Lexikon der Wehrmacht angegeben, leider ohne Quellenangabe.

 

Interessantes und Wissenswertes : ²

Der künstlerische Entwurf stammt vom Graphiker Paul Casberg in Berlin.
Für den dargestellten Zerstörer verwandte der Künstler den Zerstörer “Z 21 – Wilhelm Heidkamp”, erkennbar an dem Klipperbug und der Form des Artillerie-Leitstandes.
Die realistische Darstellung ist leicht stilisiert.

Die Fertigung der Abzeichen begann am 13. Juni 1940 und die ersten Lieferungen erfolgten durch C. Schwerin und Sohn in Berlin am 27. August 1940.

 

Bekannte Hersteller :

Eine Liste der bislang bekannten Hersteller findet ihr hier -> Zerstörer-Kriegsabzeichen

 

Quellen :

  • Dr. Heinrich Doehle : Die Auszeichnungen des grossdeutschen Reichs. Orden, Ehrenzeichen, Abzeichen , Verlag K.D. Patzwall – Norderstedt 2000, (ISBN 3-931533-43-3) ¹

  • Kurt-Gerhard Klietmann : Deutsche Auszeichnungen 2. Band, Verlag “Die Ordens-Sammlung” Berlin²

  • Lexikon der Wehrmacht ³

error: